The Good, the Bad, the Ugly
Eine Serie über die wirtschaftliche Verflechtung von Europa und Afrika — und ein Versprechen darüber, wie sie geschrieben wird.
Europa und Afrika sind längst verflochten. Nicht im Sinne eines Partnerschaftsabkommens oder eines Gipfel-Kommuniqués, sondern schlicht in dem Sinne, dass Geld, Güter, Menschen und Infrastruktur täglich zwischen ihnen bewegt werden, in beide Richtungen, in großem Maßstab — ob jemand das beabsichtigt oder nicht.
Was fehlt, ist nicht die Verbindung. Was fehlt, ist eine ehrliche Buchführung darüber.
Warum drei Teile
Das meiste, was zu diesem Thema geschrieben wird, wählt eine Seite und bleibt dort. Die Entwicklungsbroschüre sieht nur Chancen. Die Kritik sieht nur Ausbeutung. Beide lesen dasselbe Hauptbuch und berichten die Hälfte.
Die Verflechtung ist real. Ob sie gut ist, ist eine andere Frage — und darauf gibt es mehr als eine Antwort.
Diese Serie hat deshalb drei Teile, und sie sind kein Spannungsbogen. Es sind drei Linsen auf denselben Gegenstand, und ich habe vor, durch alle drei zu schauen.
Die Regel über Zahlen
Ich baue beruflich Software, und die Gewohnheit, die den Kontakt mit der Produktion überlebt, ist dieselbe, die den Kontakt mit einem Argument überleben sollte: Sag, woher die Zahl kommt — oder nenne die Zahl nicht.
Jede Zahl in dieser Serie trägt deshalb ihre Quelle, sichtbar, unter der Grafik. Nicht in einer Endnote, nicht als „laut Studien" — sondern die Institution, der Datensatz, das Jahr. Wo ich etwas zeichne, das keine Daten sind — eine Struktur, einen Fluss, einen Mechanismus —, steht das Wort Schema darauf.
Das ist keine Stilfrage. Bei einem derart umkämpften Thema ist eine Zahl ohne Quelle kein Argument. Sie ist Dekoration.
Wer das hier schreibt
Ich bin Softwarearchitekt in München, kein Ökonom. Das ist eine Einschränkung, und ich nenne sie lieber selbst, als dass Sie sie entdecken.
Was ich stattdessen mitbringe, ist genau das, wofür mein Beruf trainiert: ein System so zu lesen, dass sichtbar wird, wo Wert entsteht, wo er versickert und wer am Leck steht. Und ein persönliches Interesse — AGULHAS.ONE entsteht als tragfähige Strömung zwischen europäischer und afrikanischer Technologie. Ich bin also kein neutraler Beobachter. Ich will, dass diese Verbindung gut wird. Genau deshalb habe ich vor, mir die Teile anzusehen, die es nicht sind.
Der erste Text folgt.